Mit dem Fahrrad durch Zanskar und Ladakh

Heinz Zimmer, 06.03.20  18:00 Uhr

 

Zum 20-jährigen Vereinsjubiläum der „Freunde des Abenteuermuseums e.V.“ möchten wir den Menschen in unserer Region ein wohl einzigartiges kulturelles Ereignis anbieten. Zusammen mit Mönchen und Künstlern aus Ladakh, auch Klein-Tibet genannt, zeigt Heinz Zimmer im Schlosskeller und weiteren Städten und Gemeinden im Saarland und angrenzender Pfalz einen Bilder und Filme über den Himalaya und berichtet über seine außergewöhnliche Fahrradreise in der Himalayaregion.

 

Vor etwa drei Jahren hat Heinz Zimmer Lama Samten kennen gelernt. Seitdem  verbindet die Beiden eine tiefe Freundschaft und bei seinem Besuch im Juni 2019 in seinem Heimatkloster Tserkamo in Tingmosgang reifte der Gedanke, diese  gemeinsame Veranstaltung durchzuführen.Das etwa zweistündige Programm entführt den Zuschauer in die Bergwelt des Himalaya. In einer Multivisionsshow erzählt entweder Heinz Zimmer, unterlegt mit vielen Bildern und Videos, über seine abenteuerliche Himalayaüberquerung Umrahmt wird der Vortrag von den Mönchen und Künstlern aus Ladakh, die einmalige Einblicke in ihre Kultur gewähren.

Mit dem Fahrrad durch Ladakh und Zanskar

 

Heinz Zimmer

 

Versteckt, hinter den 5 und 6000ern Bergen, zwischen Kaschmir und Tibet, liegt das kleine ehemalige Königreich Ladakh in. Über Hunderte von Jahren abgeschnitten und isoliert von der Außenwelt, konnte sich eine Kultur und Traditionen bewahren, die sonst nirgendwo mehr vorzufinden waren. Erst 1974 wurde diese, auch Klein-Tibet genannte Region, für Besucher zugänglich. Zu diesen ersten Besuchern gehörten auch Heinz Zimmer aus St. Wendel – Bubach und Albrecht Steigner aus Landau. Auf damals noch abenteuerlichen Wegen erreichten sie Leh, die Hauptstadt Ladakhs und fühlten sich wie auf einer Zeitreise zurückversetzt ins Mittelalter. Sie waren überwältigt von der Freundlichkeit und Gastfreundschaft auf die sie auch angewiesen waren. Es gab keine nennenswerten Unterkünfte, keine Restaurants oder sonstige Annehmlichkeiten. Keine Autos, weder Elektrizität noch fließendes Wasser.

 

Als dann wenige Jahre später in eine weitere Region, Zanskar, das nur durch tagelange Märsche über 4-und 5000m hohe Pässe zu erreichen war, eine Einreise möglich war, gehörten sie wiederum zu den Ersten. Einmal mehr setzten sie ihr Vorhaben um, auch dieses unentdeckte Fleckchen Erde zu erkunden, in dem bisher nur ganz wenige Fremde zu sehen waren. In tagelangen Märschen gelang es ihnen, den Himalaya von Lamayuru über Padum nach Darcha zu überqueren und Menschen zu begegnen, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nie oder kaum Kontakte zu Fremden hatten.

 

35 Jahre später machten sich die Beiden wieder auf den Weg. Was vor ihnen noch keinem gelang, brachten sie dann trotz vieler Hindernisse, Pannen und Warnungen seitens der Einheimischen zu einem glücklichen Ende:

 

Als Erste befuhren sie diese, mittlerweile populäre Trekkingroute mit ihren 4- und 5000er Pässen, mit dem Fahrrad. Auf zwei Etappen, die unpassierbar waren, ging es nur mit Esel als Tragetiere weiter.

 

Ausgangspunkt ihres nicht alltäglichen Unternehmens war die Leh, mit ca. 30 000 Einwohnern die größte Stadt in Ladakh. Um sich auf die extreme Höhe vorzubereiten und zu akklimatisieren, wurden leichtere Radtouren im Industal unternommen und dabei die malerischen Klöster und Dörfer wie Shey, Thiksey oder Rumbak besucht.

 

Erste Bewährungsprobe war die Fahrt ins Nubra Valley, wo sie den mit ca. 5360 m höchsten befahrbaren Pass der Welt, den Khardung La, überqueren mußten.

Danach setzten sie ihre Fahrt fort und waren in dem kleinen Ort Tingmosgang bei ihrem Freund Lama Samten zu Gast und konnten an einem Klosterfest teilnehmen. Nach der Segnung durch den ältesten Mönch des Klosters Tserkamo begann ihre abenteuerliche Fahrt nach Zanskar, wobei mehrere Pässe auf schlechten Pisten oder Fußpfaden zu bewältigen waren . Doch bereits am zweiten Tag drohte das Aus ihrer Reise. Die Einheimischen hielten eine Überquerung des über 5000 m hohen Singge La wegen starken Schneefällen für nicht machbar. Doch sie ließen sich nicht beirren und schafften auch diesen Pass.  Ab dem Ort Lingshet mussten sie die Hilfe von zwei Eseln als Lasttiere in Anspruch nehmen, da ein Vorankommen mit dem Fahrrad nicht mehr möglich war. Trotz einiger Schwierigkeiten kamen sie bis Padum, dem zentralen Ort im Zanskartal. Auch hier wurden sie wieder mit der Entscheidung konfrontiert, nach Leh zurückzufahren oder wie geplant, den 5100 m hohen Shingo La zu überqueren, der Zanskar vom restlichen Indien trennt. Dieser Pass war nach Aussagen der Bewohner des Znskartals noch nicht passierbar.

 

Wiederum riskierten sie die Weiterfahrt und fanden im letzten Ort vor dem Pass einen jungen Zanskari, der sie mit seinem Pferd über die letzte Hürde begleiten wollte. Wie es sich herausstellte, musste er just an diesem Tag auf die andere Seite des Passes, weil sein Sohn in Manali zur Schule ging, die Ferien begannen und er ihn zu einem festgesetzten Zeitpunkt abholen musste. Durch diesen glücklichen Umstand konnten sich Heinz Zimmer und Albrecht Steigner ihm anschließen und trotz vieler widriger Umstände ihr Ziel Manali  erreichen.

 

 

Über diese nicht alltägliche Radreise berichtet Heinz Zimmer mit vielen Bildern und Videos in seinem R(o)admovie.. 

 

VORSCHAU:

https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=84178

 

 

 

 

Freitag, 14.02.2020   18:00 Uhr im Schlosskeller Saarbrücken

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